20250227_Vorsaison_Horst_Giesen_90

Senioren
Essen-Heidhausen
2025

Vorsaison der DonnerstagsSenioren 2025 &

Horst Giesens 90. Geburtstag

27.02.2025 / Text: Erwin Schneider / Bilder: Viktor Cleve


Die Saison 2025 hat noch gar nicht richtig begonnen, aber die DonnerstagsSenioren sind weiter präsent auf dem Platz - siehe PC Caddie. Die üblichen Verdächtigen sind unter der Woche fast die einzigen Golfer, nicht mal Schnee kann sie vom Spielen abhalten. Sie finden sich in vorbestimmten Flights zusammen: Birkenhauer, Gelbe, Bartels, Rüttinger - Bransmöller, Bagus, Höfner, Galinnis - Giesen, Ballin, Mühlhausen. Und bis Mitte Februar trafen sie sich nach dem Spiel mittags bei Pietro im Tennisclub Volkswald, wo sie freundlich bedient und sehr gut verköstigt wurden. Legendär wurde die Pizza „mit viel Ananas“ als Eigenkreation von Achim Bartels, dem mit 92 Jahren zweitältesten Mitglied der DonnerstagsSenioren.

Zum ersten Höhepunkt der Saison bat Horst Giesen am 27. Februar zum Mittagessen mit Rinderbrühe und Ochsenbäckchen bei Dimi. 43 Senioren folgten der Einladung des 90jährigen Sonntagskindes. „90 Jahre und kein bisschen leise und dabei noch ganz weise,“ so charakterisierte Klemens Bransmöller, Sprecher der DonnerstagsSenioren, den Jubilar. Er hob die Verdienste für die Gemeinschaft hervor und GCEH-Präsident Volker Stöber stimmte ihm zu: „Was Horst für diesen Club getan hat, ist herausragend - mit Ideen und Material.“ Und er hoffe nicht ganz uneigennützig, dass dies noch lange so bleiben wird.


Sein Kindheitstrauma aber wird Horst Giesen nicht mehr los. „Ich war Linkshänder, in der Großstadt war dies nicht ganz so schlimm, aber als wir in den Kriegswirren zuerst im Dorf am Bodensee und dann im Hochsauerland untergebracht waren, kannten die Lehrer kein Pardon. Das Schreiben mit links wurde mir ausgetrieben, auch mit dem Rohrstock.“ Diese Ungerechtigkeit hat aber der Karriere nicht geschadet, auch wenn er danach die Schule hasste und „nur“ die Handelsschule erfolgreich absolvierte.


Bonmot am Rande: Der Vater war größter Tabakwaren-Großhändler im Ruhrgebiet, Horst blieb sein Leben lang Nichtraucher. Die Karriere begann mit 23 Jahren, als er das insolvente Süßwarengeschäft seines Onkels mit einem Kredit von 200 000 D-Mark, den er mit dem Leiter der Sparkasse aufgrund eines überzeugenden Konzeptes aushandeln konnte, nicht nur rettete, sondern letztlich in den Lekkerland-Konzern integrierte. 25 Jahre lang erwirtschafte er zweistellige Umsatzzuwächse. Seine Überzeugungskraft hatte dabei die Mineralwirtschaft bewogen, Lekkerland als Lieferanten für Süßwaren zu akzeptieren. Motto seines Lebens war: „Geht nicht gibts nicht, Probleme müssen angepackt werden“.


Für den Golfclub hat Horst Giesen seit langem die Idee vertreten, sich als Nachwuchsgruppe verstärkt der Gruppe 50+ zuzuwenden, die sich Gedanken über ihre Freizeit machen kann. „Hier können vom Großvater über den Vater bis zu den Kindern und Enkeln alle Generationen eingebunden werden. Das ist eine zeitfüllende Hauptaufgabe und es müsste ein Vorstandsmitglied gefunden werden, das sich nur dieser Aufgabe widmet. Dann könnten in wenigen Jahren finanzielle Sorgen überwunden werden,“ resümierte Giesen.


Und die Clubsenioren freuten sich an diesem Februar-Donnerstag auch mit „Goethe“ über dessen Vitalität. 103 Jahre wird Jochen Schmidt in diesem Sommer. Er ist geistig voll auf der Höhe, nur die Augen und das Gehör haben doch nachgelassen. Aber er ließ es sich wieder nicht nehmen, dem „Jüngling“ auf dem Klavier ein kleines Konzert zu präsentieren - mit „Freude schöner Götterfunke“ als Schlusspunkt. Wie immer bei den Seniorenfeiern war es ein rundum gelungener Nachmittag, auch wenn das Winterwetter vorher kein Turnier zuließ.

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